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Miriam Emily

Es ist der 28.11.2015 und ich verspüre den ganzen Tag verhältnismäßig regelmäßige Wellen, Schmerzen aber in keinster Weise und da ich die Tage zuvor schon immer wieder rumgeweht habe, hab ich zwar Hoffnung das es losgeht aber glaube es noch nicht.
Abends räume ich vorsorglich schon mal das Wohnzimmer auf und gehe um halb zehn ins Bett.
23:45 Uhr ich wache auf und wundere mich im ersten Moment warum. Im nächsten höre ich es knacken und habe das Gefühl, dass es warm wird. Schnell spann ich den Beckenboden an und fische nach einem Handtuch. Ich klemme es zwischen die Beine und laufe, innerlich strahlend, ins Bad, um das Wasser raus lassen zu können und mich zu erleichtern.
Ich hatte einen Moment den Gedanken, ob ich nicht vielleicht nur inkontinent sein könnte, aber bei den vielen Käseschmierflocken gab es keinen Zweifel.
Plötzlich fange ich stark an zu frieren. Ich schnappe mir ein neues Handtuch und klemme es wieder zwischen die Beine, da immer mal etwas Fruchtwasser kommt.
Ich setzte mich aufs Bett und kuschel mich in die Bettdecke. Ich hab jetzt richtigen Schüttelfrost.
Wie mir M. meine Hebamme, später erklärt war das eine Oxytocinausschüttung.
00:10 mir geht es wieder besser und ich habe mir ein bequemes Kleid angezogen welches ich extra zur Seite gelegt hatte. Die Wellen werden deutlicher und kommen 3-5 Minuten.
Nach kurzem Überlegen ob ich meinen Mann (T.) schon wecken soll, hab ich mich entschieden es zu tun damit er in Ruhe den Pool aufbauen kann.
Er war etwas überrascht über die Neuigkeiten und ist tapfer ins Wohnzimmer getigert, um den Pool vorzubereiten.
00:25 Ich bin nochmal ins Bad und vor der Treppe kam die erste Welle welche ich, an der Wand abgestützt, veratmen musste. Als sie wieder abgeebbt war ging ich runter und zack kam  die nächste Welle.
Unten angekommen hab ich T. gezeigt, welche Folie wohin aufs Sofa soll und bin zwischen der Wellen, welche nun alle 3 Minuten kommen, rumgelaufen und hab geholfen beim Vorbereiten.
00:40 fast eine Stunde nach dem Blasensprung hab ich das Bedürfnis M. anzurufen, da die Wellen schon sehr intensiv sind.
1:00 Die Wellen werden zunehmend stärker aber ich merke wie entspannt ich bin und kann während der Wellen sehr gut mitgehen und denke immer wieder "ich lass los" "ich bin total entspannt" "Baby bald bist du da"
Ich schaffe es sehr gut mich auf meine Atmung zu konzentrieren und T. muss mittlerweile Druck aufs Kreuzbein ausüben, weil ich sonst das Gefühl habe mir zerreißt es den Rücken.
Ich hatte mir vor das Sofa meine Yogamatte und ein Handtuch gelegt. Darauf knie ich immer wieder zum Wellen reiten.
01:20 ich hänge mit dem Oberkörper auf dem Sofa als M. kommt
Sie wartet bis die nächste Welle vorbei ist und fragt mich, ob sie nach dem Muttermund schauen soll. Ich stimme zu und lege mich dafür aufs Sofa. Sie muss wieder warten bis die Welle weg ist und untersucht mich mit sehr viel Feingefühl und Respekt. Mumu ist bei 5-6 cm. Ich denke juhu noch 2-3 Stunden vielleicht, dann ist mein Schatz da.
M. möchte noch ein kurzes CTG schreiben und fragt wo ich hin möchte. Ich entscheide mich mich wieder vor das Sofa zu knien. M. hält den CTG Knopf mit der Hand, um die Herztöne aufzuzeichnen, da ich sehr mobil bin und mich das Hinlegen extrem stören wurde. So war es bei meinen vorangegangenen Klinikgeburten. Bin sehr dankbar, dass ich diesen doofen Gürtel nicht um bekomme und reite eine Welle nach der anderen. Das was ich mitbekomme ist, dass mein Baby schön entspannt bleibt unter den Wellen. Also darf ich um 01:40 Uhr endlich in den Pool. Ich rechnete damit dass es, wie bei den anderen beiden Geburten, im Wasser erstmal schmerzfrei wird und ich jetzt erstmal in Ruhe planschen werde. Da hab ich die Rechnung ohne mein Baby gemacht. Jetzt geht es richtig los. Ich knie vor dem Rand und halte mich bei den Wellen am Rand fest und bewege mich. Trotz der Intensität schaffe ich es mich gut auf meine Atmung zu konzentrieren und töne bzw. brumme immer mal mit.
Kurz vor zwei hatten wir beschlossen, dass mein Papa für meine beiden größeren Kinder kommen soll und T. ruft ihn an. Kurz darauf merke ich das ich langsam einen drang bekomme mitzuschieben.
Ich taste selbst nach und siehe da, nach einem halben Finger war der Kopf schon zu tasten.
Ich lasse die Hand dort und mit der nächsten Welle schiebe ich vorsichtig mit.
Mir sagt die Haltung für diese Phase der Geburt nicht zu und ich setze mich hin, so aufrecht wie möglich. Und schon überrollt mich eine große, gewaltige und unbändige Welle.
Ich schiebe mit, mich überkommt es und schreie kurz auf und schon ist der Kopf in meine Hand geboren. Ein unbeschreibliches Gefühl. T. macht ein Bild, das erste Mal, dass ich wieder mitbekomme wo er ist. Ich bin so bei mir und meinem Baby, dass ich einen richtigen Tunnelblick habe.
Immer wieder höre ich, dass M. neben mir steht, die Herztöne des Babys regelmäßig überprüft, mich bestärkt und sagt wie gut ich das mache. Das tut so gut. Ich bleibe bei mir und spreche zum Baby während ich seinen kleinen samtweichen Kopf streichle, dass wir das toll gemacht haben und es gleich da ist.
Das Kleine fängt an zu strampeln, was mir sehr unangenehm ist und schon beginnt die nächste Welle. Ich schiebe vorsichtig mit und schon ist es da! Ich nehm es hoch, da wird klar warum es vermutlich gestrampelt hat, um sich richtig einzustellen : die NS lag um Hals und Brust.
Kurz entschlingt es M. und ab zu mir auf die Brust. Erstmal schauen was wir denn nun bekommen haben : ein Mädchen! Eine kleine Miriam ❤️
Sie braucht etwas Stimulation von M.
Kurz darauf steigen wir aus dem Pool und kuscheln uns aufs Sofa.
In dem Moment kommt mein Papa.
Während ich meine kleine Prinzessin bestaune, versorgt mich M. Die Plazenta ist gelöst und ich brauche nur 2 x schieben, um sie zu gebären. M. versorgt meinen Riss.
Nachdem ich versorgt bin, darf mein Papa ins Wohnzimmer. Nachdem die Kleine das erste Mal getrunken hat, schaut M. sie sich an. Zu unserer Überraschung war ein sehr großer Haufen Kindspech schon draußen

Martina Eirich

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