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Unser zweiter Segen

Ein paar Stunden nach der wunderbaren Geburt von Jonas fragten wir Martina nach ihren Urlaubsgewohnheiten. Wir freuten uns schon da auf die nächste Schwangerschaft und Geburt mit ihr.
Ein gutes Jahr später war es dann wieder so weit. Diesmal war ich mir schnell sicher schwanger zu sein. Plötzlich hatte ich wieder kalte Füße, die hatte ich seit der letzten Schwangerschaft nicht mehr gehabt. Martina war natürlich die erste, die von unserem Christkind erfuhr, auch wenn Daniel bald darauf halb Hohenlohe informierte.
Die Schwangerschaft verlief unproblematisch und viel mehr neben her als beim ersten Kind. Die regelmäßigen Besuche von Martina bei Problemen auch mit Fußreflexzonenmassage und die guten und intensiven Gesprächen genossen wir sehr.
Je dunkler die Tage wurden umso mehr freute ich mich auf die Geburt, natürlich gepaart mit der nötigen Portion Respekt.
Ich hatte richtig Zeit mich auszuruhen, in der Wohnung aufzuräumen, mich auf die Geburt und das Kind vorzubereiten.
Die Dammmassage nahmen wir nicht mehr so genau. Ich war von Anfang an weiter als am Ende der intensiven Dammmassage durch Daniel bei der ersten Geburt.
Nur um Jonas sorgte ich mich. Acht Wochen vor Geburtstermin war er ziemlich erkältet und wich seitdem kaum noch von meiner Seite. Was wird er während der Geburt machen? Und auch danach? Die Versuche ihn bei seinen Paten mal alleine zu lassen, waren total erfolglos und auch bei der Oma blieb er nicht mehr. Da ging er lieber mit mir in den Stall. Nur bei einer Tante blieb er noch. Nach unzähligen „Noch ein bisschen dableiben“ durfte ich dann irgendwann gehen. Ich war mir sicher, dass das Baby wieder in der Nacht auf die Welt kommt und er dann schläft, aber was wenn er aufwacht? Da hilft auch Papa nicht mehr.
Aber die Engel und starken Helden haben es schon ziemlich genau geplant...

Ich hatte schon immer wieder leichte Wehen gehabt. So auch in dieser Nacht. Gegen Morgen wurden sie dann stärker und ich habe sie schon beatmet. Davon ist Daniel aufgewacht. Ich dachte noch nicht an Geburt, aber er ist lieber schon um 5 Uhr in den Stall, dass er früh fertig ist. Jonas war bei mir im Bett im Halbschlaf. Er war durch die Wehen nicht beunruhigt, solange er meine Haare streicheln konnte. Ich veratmete sie inzwischen im Vierfüßlerstand.
Um 8 Uhr 30 riefen wir Martina an, dass das Kind wohl heute kommt und dass ich mich melde, wenn ich sie brauche.
Daniel hat sich dann Jonas geschnappt und ist mit ihm zu Nachbarn, damit ich meine Ruhe habe. Ich habe mich erst nochmal ins Bett verkrochen und wollte ausruhen. Daraus wurde nichts. Ich musste mehrmals auf Toilette und musste auch spucken. Ich blieb dann mit starken Wehen im Bad.
Zunächst versuchte ich, wie bei Jonas Geburt, mich auf die Wickelkommode zu stützen, aber das Stehen war mir zu anstrengend. Betriebshelferin Inge brachte mir einen Stuhl, aber die Wehenabstände waren wohl zu kurz, als dass ich mich recht ausruhen konnte. Auch Traubenzucker und Trinken half nicht. Mir war klar, dass ich Daniel anrufen sollte, aber wie? Ich war gerade dabei Kraft dafür zu sammeln, da kam er mir zum Glück zuvor. Inge berichtete er fahre jetzt ein Stück mit dem Auto, bis Jonas schläft und dann komme er. Ich war erleichtert.
Jetzt kniete ich auf dem Boden und stützte mich auf den Stuhl ab. Das war gut. In den Wehenpausen setzte ich mich auf meine Fersen und lehnte mich an die Waschmaschine.
Endlich kam Daniel. Nach der ersten Wehe rief er Martina an, dann war er bei mir. Hild mir die Hüfte und gab leichten Druck aufs Kreuz. Auch holte er mir das Stillkissen, damit ich mich in den Pausen darauf absetzten konnte, der Kopf war wohl schon recht tief.
Ich freute mich auf das Kind. In den Wehenpausen sagte ich immer wieder freudig zu Daniel „unser Kind kommt“ und war ganz ergriffen.
Martina kam und hörte gleich mal Herztöne – alles o.k.. Dann ermutigte sie mich dem Druck nachzugeben.
Ich wollte auf den Hocker und Martina richtete alles. Auf dem Hocker war es gut. Daniel hielt mich ganz fest. Von Daniel ermutigt sprach Martina „alles super, du machst das sehr gut...“. Mir war das eher zu viel, aber für Daniel war es wohl gut so.
Dann streckte sich unser Baby nochmal, ich hatte das Gefühl es will sich mit den Füßen im Bauch abstoßen, auch Martina lachte und sagte „jetzt will es raus“.
Bald war auch schon das Köpfchen da, woraufhin Martina mich bat weiter zu arbeiten und keine Pause mehr zu machen und sie half mit. Ich konnte mich ganz auf die Pressarbeit konzentrieren und war ansonsten sehr entspannt. Der Damm schmerzte nicht und blieb auch wieder unverletzt.
Kurz darauf hatte ich unsere kleine Maus auf dem Bauch. Zunächst mit ziemlich blauem Kopf wegen einer straffen Nabelschnur um den Hals, aber das Kind hat gleich geschnauft und war nach kurzer Zeit ganz rosig und schimpfte vor sich hin. Was für ein Wunder!
Martina nabelte unser Mädchen noch ab, da hörten wir Jonas weinen. Daniel holte ihn. Bei der Plazentageburt hielt Daniel dann uns drei in den Armen. Bald darauf zog ich ins Bett um und hielt unser kleines Mädchen im Arm. Sie trank auch gleich ausgiebig an meiner Brust.
Auch unser kleines Mädchen segneten wir gemeinsam mit Psalm 121 und sie bekam ihre ersten Kreuzerl auf die Stirn.
Martina untersuchte sie noch und zog ihr eine Windel an, dann hatte ich unsere kleine Maus bei mir und wollte meine Ruhe. Mich ausruhen, die kleine Maus anhimmeln, das Wunder der Geburt begreifen und schlafen.

Im Vergleich zu Jonas Geburt ging es mir bei Anna fast zu schnell. Ich hatte gar nicht richtig Zeit zu mir zu kommen. Auch habe ich die Ruhe und Geborgenheit der Nacht vermisst.
Die Wehen empfand ich mehr als intensive körperliche Arbeit, nicht als Schmerz, insbesondere die Presswehen. Ich staune über diese Kraft, die ich da aufbringen kann.
Dankbar und glücklich nehmen wir auch diesmal das Geschenk einer so wunderbaren Geburt an und freuen uns schon auf das nächste mal.

Veronika und Danie Kießecker
mit Jonas und Anna

Martina Eirich

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