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Hebammen

Schwanger werden

Croon Mariel, Schwanger werden, Trias, 2005, 295 Seiten mit farbigen Abbildungen, ISBN 3-8304-3284-4, € 24,95

Welches Buch ist ein gutes Geschenk oder eine Empfehlung für eine Frau oder ein Paar, das schwanger werden möchte und zuvor gut lesbare Informationen in ausreichender Tiefe sucht? Bis auf einige ethische Aspekte dieses. Nicht nur, weil die Autorin Hebamme ist, aber auch. Mariel Croon, Holländerin, Wissenschaftsredakteurin und ehemalige Hebamme legt hier ein umfassendes Buch rund ums Thema Schwanger werden vor. Zunächst lässt sie die Leserin ihren Kinderwunsch hinterfragen: Will ich überhaupt ein Kind? Wenn ja, erläutert sie, warum eine gute Vorbereitung, beispielsweise durch eine Änderung des Lebensstils, die Chance auf eine unkomplizierte Schwangerschaft erhöht. Ausführlich erklärt sie die Natürliche Familienplanung, die sie hier für die Steigerung der Fruchtbarkeit empfiehlt. Dem Buch liegt eine Kopiervorlage für die Bestimmung der Basaltemperatur bei.

Die Autorin befasst sich auch intensiv mit dem Thema Infektionen und mehr als die Hälfte des Buches macht das nicht Schwanger werden wollen bis hin zur ausführlichen Darstellung der Reproduktionsmedizin aus. Kritisch anzumerken ist der Augenmerk auf das gesunde Kind: Hauptsache gesund! Und „das Risiko Downsyndrom“, das bei „älteren Frauen“ höher ist und deshalb Frauen ab 35 Jahren die Amniozentese durchführen lassen können. Schade, dass damit wieder eine Fehlinformation stattfindet, denn leider wissen viele Frauen noch immer nicht, dass die Wahrscheinlichkeit mit jedem Lebensjahr und nicht erst mit 35 steigt. Sie ist auch mit 30 Jahren schon höher als mit 25 Jahren. Schade fand ich auch, dass Autorin oder Übersetzerin den Begriff Hasenscharte wählten, wo sich doch Lippen-Kiefer-Gaumenspalte eingebürgert hat. Das wirft ein etwas ungutes Licht auf dieses Buch. Übers ganze Buch verteilt sind zu den jeweiligen Kapiteln Interviews und Erfahrungsberichte von Frauen und Paaren, die einen manchmal sehr technischen Bezug zur Schwangerschaft und zum Leben an sich wiedergeben. Das Buch endet mit dem Interview eines Paares, das trotz vieler Versuche – auch technischer Art – nicht schwanger wurde. Es offenbart auch, wie schwer es ist, vom Kinderwunsch Abschied zu nehmen und sich im Schmerz die Realität ein wenig zurechtzureden: „Durch die Kinderlosigkeit blieb in unserem Leben etwas unerfüllt, es ist wie ein Loch...Für uns ist später niemand da....Wir sehen jetzt auch die Vorteile. Wenn wir Kinder gehabt hätten, würden wir uns jetzt Sorgen darüber machen, wie sie und ihre Kinder auf dieser überbevölkerten Welt mit all dem Schrecklichen, das passiert, leben und überleben würden. Diese Sorgen haben wir jetzt nicht“.

Martina Eirich

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