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Hebammen

55plus - Die Kunst des Älterwerdens. Prominente Frauen erzählen

Von: Regine Schneider

Regine Schneider, Fünfundfünfzigplus, Die Kunst des Älterwerdens – Prominente Frauen erzählen, 228 Seiten, Eichborn 2005, ISBN 3-8218-5625-4, € 18,90

Der prominente Part der Generation meiner Mutter erzählt: Über Kinder haben oder nicht, Partner, die blieben oder gingen, ihre Wechseljahre, Erfolge, Schicksalsschläge und die weiteren Vorstellungen ihrer letzten Lebensjahrzehnte. Der Einladung zum Interview der Journalistin Regine Schneider folgten 20 Frauen, darunter Witta Pohl, Petra Roth, Vera Tschechowa, Gesine Schwan, Rita Süßmuth, Maria Jepsen und Heide Simonis.

Was sich so locker flockig anhört und auch liest, lässt unglaublich tief blicken: Was für Berichte! Was für Frauen! Doch nicht alle. Bei manchen scheint der Schein ein wenig zu trüben. Sie sprechen gerne vom Jugendwahn und dass es sich lohnt sich ihm zu entziehen. Die ihren Berichten vorangestellten Portraits sprechen eine andere Sprache: Sie sind teilweise älter als meine Mutter und sehen jünger aus als ich. Das mag das viele Wasser sein, das sie trinken und von dem sie im Buch nicht erzählen, das aber ihre Gesichter sehr straff wirken lässt. Dafür gehen andere Berichte zu Herzen. Der von Witta Pohl, Deutschlands Fernseh-Hebamme, zum Beispiel: “Ich habe den Clown gespielt, weil ich soviel weinen musste, und das sollte niemand merken“. Sie berichtet von ihrer verliebten 95-jährigen Mutter, die Philosophie studiert und sich gerade verlobt hat: „Sie bekommt jetzt etwas zurück. Sie bekommt das Glück geschenkt, weil sie durchgehalten hat. Weil sie nie aufgegeben hat. Und so funktioniert das Leben“. Oder Heide Keller, bekannt als Traumschiff-Stewardess, die offen über ihre drei Fehlgeburten erzählt und den Schmerz ihres nicht erfüllten Kinderwunsches. Sie berichtet auch aus der Welt der Berühmt-Berüchtigten: „Ich stellte fest, die Berühmtesten sind oft die Nettesten. Und die, die als schwierig gelten. Wenn es heute heißt, die oder der ist schwierig, freue ich mich schon, weil ich denke, es wird bestimmt interessant. Man gilt ja nur deshalb als schwierig, weil man etwas vertritt und das auch durchsetzen kann“. Die Journalistin Ursula Lebert, vielen BRIGITTE-Leserinnen ein Begriff, ist nicht der Ansicht, dass sie mehr weiß als ihre Kinder: „Ich habe viel von ihnen gelernt. Manchmal denke ich, wenn ich keine Kinder gehabt hätte, dann wäre ich ein anderer Mensch geworden“. Ein wunderbares, mutmachendes Buch auch für Frauen vor der Postmenopause!

Martina Eirich

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